Map Kommunal

»Mobile Mapping mit Echtzeit-Datenverarbeitung für kommunale Applikationen«

 

Förderperiode: 2025 bis 2027

Art des Projekts: Demonstratorprojekt

Forschungsschwerpunkt: Resiliente Infrastruktur und Lebensräume

Themenfeld: Resilienzmanagement in Organisationen (Unternehmen, Städte, Kommunen)

Projektpartner:

 

Ansprechpartner

Dr. Philipp von Olshausen

philipp.olshausen@ipm.fraunhofer.de

 

 

Städte sind Knotenpunkte des Lebens und Handels und unterliegen einem kontinuierlichen Wandel: Bauvorhaben verändern die Infrastruktur, Vegetation variiert, der Klimawandel verlangt Anpassungen und Extremwetterereignisse fordern die Resilienz der Städte. Digitale Zwillinge, aufgebaut aus Daten von Messfahrzeugen, bilden ein wichtiges Fundament der Stadtverwaltungen, um mit diesen Herausforderungen umzugehen. In der Praxis existieren jedoch große Hürden: Der Betrieb eigener Messfahrzeuge ist meist nicht wirtschaftlich; die Anschaffungskosten sind hoch und der Betrieb erfordert ausgebildetes Personal für die Durchführung von Messfahrten, Wartung und Datenprozessierung. Alternativ werden Mobile Mapping Dienstleister mit Befahrungen beauftragt, was häufig mit Einschränkungen der Nutzungsrechte an den Daten einhergeht. Zudem ist der Ausschreibungsprozess aufwendig und langwierig, ein Update kurzer Straßenabschnitte somit nicht realisierbar. Eine Segmentierung und Klassifizierung der Objekte im Straßenraum ist nicht immer und nur gegen Aufpreis erhältlich – das eigentliche Potenzial der Daten bleibt daher häufig ungenutzt. 

Fraunhofer IPM hat einen Demonstrator entwickelt, der die oben angeführten Nachteile adressiert: kosteneffiziente Sensorik mit einer vollautomatisierten, integrierten Datenauswertung. Der Mobile Urban Mapper mini (MUM mini) ist ein kompaktes Mobile Mapping System, welches flexibel auf unterschiedlichen Trägerplattformen wie Pkw oder Lastenrad eingesetzt werden kann. Die Besonderheit ist die integrierte, KI-basierte Datenverarbeitung: Nach der Messfahrt stehen nicht nur Bilder und georeferenzierte 3D-Daten (Punktwolken) instantan zur Verfügung, sondern auch eine semantische Anreicherung der Daten um relevante Objektklassen wie Straßenbelag, Gebäude, Vegetation etc. Das System ist somit „Plug&Play“ und gibt alle (Meta-)Daten transparent aus – vollautomatisiert!

Im Rahmen des Projekts „Map Kommunal“ wird der Demonstrator und verbesserte Sensorik erweitert. Damit werden Referenzdaten erzeugt und bezüglich ihrer Genauigkeit quantifiziert. Für die Verwertung der Ergebnisse wird ein Showcase etabliert, welcher die Vorteile des Messsystems MUM mini darstellt.

Die Kommunen erlangen durch das System eine Selbständigkeit und Datensouveränität, die bisher nicht gegeben ist. Somit unterstützt das Messsystem MUM mini eine nachhaltige Stadtentwicklung auf mehreren Ebenen: Kommunen können selbständig und nach Bedarf Teilgebiete der Stadt digitalisieren und haben aktuelle Daten zur Verfügung für effiziente Planungsprozesse. Offene Schnittstellen sowie vollständige Nutzungsrechte an den Daten garantieren Unabhängigkeit und fördern die Resilienz der kommunalen Verwaltung. Dies eröffnet neue Gestaltungsspielräume, z.B. für Sicherheit im Straßenverkehr, Schaffung von Barrierefreiheit oder Verbesserung des Verkehrsflusses unter dem Einfluss wandernder Baustellen. Eine transparente Bereitstellung der Daten befördert Bürger-beteiligung und Demokratie und kann als Grundlage für neue Geschäftsmodelle dienen.