Abbildung 1: Workflow von der Datenaufnahme über die automatisierte Schadenserkennung durch künstliche Intelligenz bis hin zur Projektion auf das BIM Modell.

ErfASst

Abbildung 2: Übersicht über den im Projekt gewählten Ansatz: Rissdaten und Bewehrungsdaten werden zusammengeführt und ermöglichen die Abschätzung des Korrosionsfortschritts durch Aktualisierung des Berechnungsmodells kann die Resttragfähigkeit berechnet und die Restlebensdauer abgeschätzt werden.

Projekttitel: Erhöhung des Automatisierungsgrades für die Bewertung der Standsicherheit von Brücken

Das Straßennetzwerk stellt ein bedeutendes Element gesellschaftlichen Lebens, Wohlstands und der Versorgung mit Gütern dar. In Europa werden über 90 % des Binnenverkehrs über terrestrische Verkehrswege abgewickelt. Ingenieurbauwerke in Form von Brücken sind neuralgische singuläre Objekte, die durch die Erhöhung des Schwerlastverkehrs erheblich belastet werden und deren Ausfall enorme Konsequenzen für die Funktionsfähigkeit des Transportnetzes haben kann. Ausfälle in diesem Netzwerk können sowohl weitreichende Folgen für Leib und Leben als auch für die Versorgungssicherheit haben. Die Zustandserfassung und effektive Wartung dieser Brücken stellen derzeit eine große Herausforderung dar, da die Zustandserfassung und Bewertung auf vielen kleinteiligen, händisch durchgeführten und nicht automatisierten Bewertungsabläufen und Bewertungsschritten beruht. Hier setzt ErfASst an.

Im Rahmen des Projektes ErfASst wurde ein teil-automatisiertes Zustandsbewertungssystem entwickelt. Das System besteht aus einem stationär oder mobil einsetzbarem optischen Kamerasystem, welches die zu inspizierende Brückenfläche abfotografiert, einem Risserkennungstool, welches mit Hilfe von maschinellem Lernen, Risse in den Aufnahmen selbstständig erkennt und einem Bewertungstool, welches die erkannten Rissdaten mit einer Zustandsnote verknüpft. Darüber hinaus kann durch Kombination mit weiteren Datenströmen eine Abschätzung des Korrosionsfortschritts (chloridinduzierte Korrosion) der Betonbewehrung durchgeführt werden. Auf diese Weise kann der Schädigungsverlauf im Bauwerk abgebildet und prognostiziert werden, sodass Neubauten oder Instandsetzungsmaßnahmen effizienter geplant werden können, was zu weniger außerplanmäßigen Störungen und damit einer Steigerung der Resilienz führt.